KulturGutRetter (KGR) | Zweiter Online-Workshop

KulturGutRetter (KGR) | Zweiter Online-Workshop

KulturGutRetter (KGR) | Zweiter Online-Workshop

09/11/2020

Vertreter verschiedener Kulturinstitutionen, Verbände und Ministerien trafen sich zwischen dem 28. und 29. Oktober 2020 zu einem Online-Workshop der KulturGutRetter (KGR).

In der Vergangenheit ist immer wieder deutlich geworden, wie verheerend sich Katastrophen auf unser kulturelles Erbe auswirken können. Je eingespielter ein Team ist und je klarer die Abläufe, desto schneller kann effektiv Hilfe geleistet werden. Denn bei der Notfallrettung von Kulturgut ist Zeit einer der wesentlichen Faktoren, die über den Erfolg entscheiden können. Aus diesem Grund wurde das Projekt „KulturGutRetter (KGR) – Ein Mechanismus zur schnellen Hilfe für Kulturerbe in Krisensituationen“ ins Leben gerufen. KGR-Projektkoordinator Christoph Rogalla von Bieberstein (DAI/ArcHerNet) lud Vertreter verschiedener Kulturinstitutionen, Verbände und Ministerien Ende Oktober zu einem Online-Workshop ein. Ziel des Workshops war es, den modularen Aufbau des KGR-Mechanismus weiter zu konturieren. In einem ersten Workshop in Remagen bei Bonn im Herbst 2019 wurden bereits erste Grundlagen für den Rettungsmechanismus gelegt, der sich seitdem dynamisch entwickelt.

Wenn Kulturgut durch einen Krisenfall, beispielsweise eine Havarie oder einen Brand gefährdet ist, müssen verschiedene Mechanismen schnell greifen. Sechs dieser Module wurden im Vorfeld im Rahmen des KulturGutRetter-Projektes definiert: Netzwerk, Logistik und Notfalldokumentation sowie Fernerkundung und Notfalldaten, Autopsie vor Ort, Planung und Konzepterstellung. Diese unterschiedlichen Rettungsmodule im Kontext der KulturGutRetter gemeinsam zu strukturieren, zu vereinheitlichen und zu normieren war ein zentraler Diskussionsgegenstand des Workshops. Im Vordergrund des Treffens stand außerdem die Ausarbeitung von Prozessen, die nicht nur für das mobile sondern auch immobile Kulturerbe anwendbar sind.

Eines der Module der KGR ist das Netzwerk. Der Aufbau eines nationalen Expertenpools ist ein wichtiger Baustein für die Schaffung eines effizienten Rettungsmechanismus für Kulturerbe | Grafik: Sebastian Lörscher.

Ein Überblick über unterschiedliche andere Systeme zur Notkonservierung und Notfallverbünde in Köln, Dresden und Thüringen gaben zusätzlichen Input bei der Erarbeitung des Moduls Rettungscontainer. Ein weiteres Rettungscontainermodul für die Dokumentation, Reinigung und Verpackung von mobilem Kulturerbe, wie etwa kleiner Objekte in Museen und Ausgrabungen, wird derzeit von dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) und ArcHerNet gemeinsam mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum – Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) entwickelt und in diesem Rahmen vorgestellt. Während des Workshops wurden die Fortschritte in die Entwicklung dieses ersten Moduls präsentiert. Dabei spielt die Erarbeitung von sogenannten Minimal Standard Procedures, grundlegenden Standards und Workflows ebenfalls eine wichtige Rolle.

Das KulturGutRetter- Projekt

Im Jahr 2019 wurde das Projekt „KulturGutRetter (KGR) – Ein Mechanismus zur schnellen Hilfe für Kulturerbe in Krisensituationen“ ins Leben gerufen. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und ArcHerNet haben gemeinsam mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum – Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) das Projekt initiiert, um einen international vernetzter Mechanismus zur Rettung und zum Schutz akut bedrohter Kulturgüter zu entwickeln. Ziel des Projektes ist es die vorhandenen Kompetenzen in Deutschland in einem Team von Expertinnen und Experten zusammenzuführen, das im Krisenfall schnell Unterstützung bei der Sicherung, dem Erhalt und gegebenenfalls der Bergung von Objekten und Bauwerken leisten kann. Zu den anstehenden Aufgaben gehören die Konzeption und Umsetzung weiterer Rettungsmodule im Hinblick auf das mobile und das immobile Kulturerbe, die Einbindung des Mechanismus in bestehende logistische Abläufe sowie die Erprobung von Abläufen mit konkreten Projekten vor Ort. Unterstützt werden die KulturGutRetter von „Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise“ und dem Kulturerhaltsprogramm des Auswärtigen Amtes.


Titelbild: Grafik von Sebastian Lörscher.

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