Kulturgut in Gefahr – Schneller Einsatz im Katastrophenfall

Kulturgut in Gefahr – Schneller Einsatz im Katastrophenfall

Kulturgut in Gefahr – Schneller Einsatz im Katastrophenfall

20/12/2019

Vertreter von Kulturinstitutionen, Verbänden und Ministerien trafen sich am 21. und 22. November 2019 in Remagen bei Bonn, um im Rahmen des Workshops Erde, Wasser, Feuer, Luft, Gut und Böse verweben sich zum Wesentlichen“ die Rettung von Kulturerbe im Katastrophenfall zu diskutieren.

Brände, Überschwemmungen, Erdbeben –  die Gefährdung von Kulturgut hat viele Gesichter. Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, wie wichtig es ist, dass spezialisierte Einsatzkräfte schnell, koordiniert und standarisiert darauf reagieren können.

Wie geht man vor, wenn nach einem Katastrophenfall Kulturgut wie beispielsweise Archive oder archäologische Artefakte in großen Mengen, im Stress und unter Zeitdruck geborgen, identifiziert und konserviert werden müssen? Welche Unterstützung können Institutionen und Verbände hier leisten? Wie kann bestmöglich die in Vielzahl vorhandene Expertise im großen Feld des Kulturgüterschutzes zusammengeführt und nachhaltig vorgehalten werden?

Workshop „Erde, Wasser, Feuer, Luft, Gut und Böse verweben sich zum Wesentlichen – Kulturerbe in Gefahr“ im Arp Museum in Regmagen | © ArcHerNet, Rogalla von Bieberstein.

Um diese Fragen zu diskutieren und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln, lud das Archaeological Heritage Network im Rahmen seines Verbundprojekts „Stunde Null“ Vertreter von Kulturinstitutionen, Verbänden und Ministerien zu einem zweitägigen Workshop in das Arp-Museum in Remagen ein.

Die Teilnehmenden entwickelten in einem von Konservierungsexperten (CulturARTtis & AMRICHA) moderierten Planspiel Konzepte für den Aufbau einer „Einsatzstruktur für die Erstkonservierung von Kulturgütern bei Havarien“, basierend auf den Methoden des THW, welches seit Anfang der 90er Jahre Bergungseinsätze im In- und Ausland leistet.

Fachleute des THW teilen ihre Expertise mit den Teilnehmenden | © ArcHerNet, Rogalla von Bieberstein.

Die fachkundige Dokumentation von Kulturgütern nach der Bergung erfordert einen geeigneten Standort. Traglufthallen stellen eine Lösung dar, um zeitnah einen geschützten Raum zu schaffen, der sich für die Dokumentation und erste Konservierungsmaßnahmen eignet. Bei der Besichtigung einer Traglufthalle in Bonn verschafften sich die Teilnehmenden einen Eindruck von einer solchen mobilen Anlage, die im Notfall binnen eines Tages aufgebaut werden kann.

Der Koordinator des Projekts „First Aid Recovery of Cultural Heritage“, (ArcHerNet/Stunde Null), Christoph Rogalla von Bieberstein,  leitete den Workshop. Das Treffen sei der erste Schritt zum Aufbau einer Struktur, die einen schnellen Einsatz im Katastrophenfall ermöglicht, so Christoph Rogalla von Bieberstein.  


Beteiligte Organisationen:


Titelbild: Die Workshopteilnehmer besichtigen eine Traglufthalle in Bonn | © ArcHerNet, Rogalla von Bieberstein.

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