Logistiknetz für Hilfslieferungen zum Schutz von ukrainischem Kulturgut etabliert

Logistiknetz für Hilfslieferungen zum Schutz von ukrainischem Kulturgut etabliert

Logistiknetz für Hilfslieferungen zum Schutz von ukrainischem Kulturgut etabliert

20/04/2022

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und das Projekt KulturGutRetter, getragen durch das DAI, die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und das Römisch-Germanische Zentralmuseum – Leibniz Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM), haben gemeinsam mit weiteren Kulturinstitutionen ein Logistiknetz aufgebaut, über das Hilfsmaterialien zum Schutz von Museen, Archiven und Denkmälern in die Ukraine gesendet werden können. Das Auswärtige Amt unterstützt die  Hilfslieferungen, die sich in Maßnahmen der Initiative „Netzwerk Kulturgutschutz Ukraineeinfügen.

Der Angriffskrieg in der Ukraine löst nicht nur großes menschliches Leid aus, sondern führt auch zur Zerstörung von Museen, Bibliotheken, Archiven und Denkmälern. Sieben Welterbestätten, über 400 Museen und 3000 Kulturstätten sind derzeit durch den Krieg bedroht. Einem internationalen Hilfeersuchen der Ukraine über das EU Katastrophenschutzverfahren folgend, haben sich deutsche Kulturinstitutionen zusammengeschlossen, um im Rahmen des „Netzwerk Kulturgutschutz Ukraine“ Hilfe zu leisten. Das Netzwerk wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zusammen mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen.

Die Präsidentin des DAI Prof. Dr. Dr. h.c. Friederike Fless (Präsidentin des DAI) und Projektleiterin der KulturGutRetter und Leiterin des Architekturreferats am DAI, Dr. Katja Piesker (m.) im Gespräch mit der Beauftragten für Auswärtige Kulturpolitik des Auswärtigen Amts, Irmgard Maria Fellner (l.), bei einem Besuch im Logistikzentrum in Berlin. | Foto: DAI, Eva Götting-Martin

Verpackungsmaterialien für den Kulturerhalt

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) und das Projekt KulturGutRetter (KGR) haben gemeinsam mit Blue Shield Deutschland, dem SicherheitsLeitfaden Kulturgut – SiLK und einer Reihe von Notfallverbünden sowie der Deutschen Gesellschaft für Kulturgutschutz e.V. (DGKS) ein Logistiknetzwerk zur Sammlung und Weiterleitung von Hilfslieferungen aufgebaut. So werden in eigens zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten des AlliiertenMuseums in Berlin derzeit dringend benötigte Verpackungsmaterialien, wie Luftpolsterfolie, Kartons, Kisten, Packpapier, Folien, Sandsäcke, CO2-Löscher, brandhemmende Textilien und andere Hilfsgüter gesammelt und zum Weitertransport vorbereitet.

Das Technische Hilfswerk stellt seine logistische Expertise und sein zentrales Logistikzentrum in Hilden für den Versand der Hilfslieferungen in die Ukraine zur Verfügung. Die ukrainischen Partner übermittelten Bedarfslisten von Material, das zum Schutz und Transport beweglichen Kulturguts und zur Sicherung immobilen Kulturerbes notwendig ist.

Deutsche Kulturinstitutionen etablieren Hilfsbrücke

Fachleute für Kulturerhalt am DAI und im KulturGutRetter-Projekt koordinieren mit Unterstützung des Auswärtigen Amts die Sammlung der Hilfslieferungen und etablieren gemeinsam mit ihren Partnern zuverlässige und nachhaltige Transportwege in die Ukraine. Das THW bringt seine umfangreiche logistische Erfahrung aus der humanitären Hilfe ein, das RGZM seine Expertise zur Verpackung und Sicherung insbesondere auch archäologischen Kulturguts.

Blue Shield Deutschland stellt seine internationalen Kontakte und seine langjährigen Erfahrung mit Kulturerbe in Konflikt-, Katastrophen- und Notfallsituationen zur Verfügung. Als gemeinnütziger Verein nimmt Blue Shield Deutschland Geldspenden für die Initiative entgegen. Koordiniert durch das SiLK-Team nehmen die Notfallverbünde in München, Stuttgart, Köln, Halle/Saale, Weimar, Dresden und Berlin Sachspenden entgegen und leiten das Material an zentrale Sammelstellen weiter. Die Deutsche Gesellschaft für Kulturgutschutz e.V. (DGKS) bereitet mit den anderen Partnern eine Informationskampagne vor, in der deutschlandweit zu Spenden aufgerufen werden wird.

Mit der Einrichtung der logistischen Infrastruktur möchten alle Beteiligten im Rahmen der Initiative „Netzwerk Kulturgutschutz Ukraine“ einen nachhaltigen Hilfsmechanismus zum Schutz und Erhalt des ukrainischen Kulturerbes schaffen.

Im Logistikzentrum in Berlin. Von l. nach r.: Christoph Rogalla von Bieberstein (Projektkoordinator KulturGutRetter), Prof. Dr. Dr. h.c. Friederike Fless (Präsidentin des DAI), Simone Maaßen-Krupke (Auswärtiges Amt, Leiterin Referat 603), Dr. Jürgen Lillteicher (Direktor des AlliiertenMuseums), Irmgard Maria Fellner (Beauftragte für Auswärtige Kulturpolitik des Auswärtigen Amts), Dr.-Dipl.-Ing. Tobias Busen (Projektkoordinator ArcHerNet, KulturGutRetter), Dr. Dipl.-Ing. Katja Piesker (Leiterin des Architekturreferats am DAI/ Leiterin des Projektes KulturGutRetter), Markus Forster (Auswärtiges Amt, Referat 613), Florian Pauls (Wiss. Sammlungsmanager AlliiertenMuseum) | Foto: AlliiertenMuseum, Philipp Jester.


Informationen zur Unterstützung durch Spenden :

Blueshield Deutschland

Notfallverbünde. Gemeinsames Portal der Notfallverbünde Kulturgutschutz in Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Kulturgutschutz e.V.

Webseiten mit Hilfsmaßnahmen für den Kulturgutschutz in der Ukraine:

DAI – Solidarität und Hilfe für die Ukraine

DAI – Hilfe für die Ukraine – Sicherungsprojekt für das Wissen über das kulturelle Erbe

SiLK – SicherheitsLeitfaden Kulturgut (auch in englischer Sprache)

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