Launch des Online-Toolkits „Post-Conflict Recovery of Urban Cultural Heritage“

Launch des Online-Toolkits „Post-Conflict Recovery of Urban Cultural Heritage“

Launch des Online-Toolkits „Post-Conflict Recovery of Urban Cultural Heritage“

Berlin, 12. Juni 2019 – Erstmalig wird das Online-Toolkit „Post-Conflict Recovery of Urban Cultural Heritage“ der Öffentlichkeit vorgestellt und den Akteuren zur Nutzung übergeben. Es dient dazu, nach dem Ende von Konflikten die Planung von Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten an urbanem Kulturerbe zu vereinfachen und praktische Hilfestellung sowie Leitfäden zur Verfügung zu stellen. Das Toolkit wurde im Rahmen der Projektreihe „Stunde Null“ unter dem Dach des Archaeological Heritage Network mit Mitteln des Auswärtigen Amtes entwickelt.

Das urbane Erbe jahrtausende alter Städte wurde in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Weltgegenden Opfer von Zerstörungen und Beschädigungen. Timbuktu in Mali und Mossul im Irak sind nur zwei Bespiele für urbane Kontexte, die im Rahmen von Konflikten intentionelle Zerstörungen und Beschädigungen ihrer historischen Bausubstanz erfuhren. Wie man nach einem solchen Konflikt mit dem kulturellen Erbe der Städte umgeht, ist eine komplexe Frage. Sie betrifft die Stadtplanung, die Notwendigkeit Infrastrukturen wiederherzustellen, historische Bausubstanz zu schützen und zu erhalten, aber auch soziale und rechtliche Fragen.

Toolkits „Post-Conflict Recovery of Urban Cultural Heritage“

Hier setzt das webbasierte Toolkit „Post-Conflict Recovery of Urban Cultural Heritage“ an. Es wurdeim Rahmen der Projektreihe „Stunde Null – eine Zukunft für die Zeit nach der Krise“ von Mitgliedern des Archaeological Heritage Network erarbeitet. Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz) koordinierte diese Arbeiten.

Das Toolkit steht nun als „Standardwerk“ für Stakeholder und Entscheidungsträger mit praktischen allgemeinen Anleitungen und Empfehlungen zum Schutz und zur Restaurierung des kulturellen Erbes in historischen Städten in Post-Konfliktregionen zur Verfügung. Verantwortliche Institutionen und Akteure vor Ort können unkompliziert auf Informationen zugreifen. Das Toolkit richtet sich auch an die Zivilgesellschaft und Firmen, die in Wiederaufbaumaßnahmen involviert sind, ebenso wie an Dienstleister, Experten, wissenschaftliche Einrichtungen und internationale Organisationen.

Die Inhalte reichen von Anleitungen zur Dokumentation und Schadenskartierung über Nutzung von digitalen Archiven und 3D Modellen bis hin zu Planungswerkzeugen und den relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen. Das Toolkit wird entlang internationaler Empfehlungen der UNESCO, von ICOMOS und ICCROM ständig durch Empfehlungen, die auf die praktische Umsetzung zielen, erweitert.

Vortragsabend „Urbanes Kulturerbe in Konfliktregionen“

Die Beauftragte für Außenwissenschafts-, Bildungs- und Forschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik des Auswärtigen Amtes Heidrun Tempel eröffnet den Vortragsabend in Festsaal der Humboldt Graduate School und übergibt das Toolkit der Nutzung. Im Anschluss setzen sich Frau Prof. Dr. Friederike Fless (Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts) und Herr Frank Samol (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) in ihren Vorträgen mit dem Thema „Urbanes Kulturebe in Konfliktregionen“ auseinander. Herr Dr. Brian I. Daniels (Penn Cultural Heritage Center / Smithsonian Cultural Rescue Initiative) spricht zum Thema: „Heritage Protection in Conflict Regions – International Cooperations for Safeguarding Cultural Heritage“.

Die Veranstaltung findet statt am 12. Juni um 18:30 Uhr im Festsaal der Humboldt Graduate School (Luisenstraße 56, Berlin 10117).


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