Baalbek (Libanon) – Fortbildung in Bauerhalt und Präsentation archäologischer Architektur

Baalbek (Libanon) – Fortbildung in Bauerhalt und Präsentation archäologischer Architektur

Baalbek (Libanon) – Fortbildung in Bauerhalt und Präsentation archäologischer Architektur

Der Libanon wird in mehrfacher Hinsicht von den Konflikten in Syrien erfasst. Das kleine Land hat ungefähr 1,2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Bis zum Sommer 2017 hatte das Land darüber hinaus an seiner Außengrenze zu Syrien häufig mit Übergriffen terroristischer Gruppen zu kämpfen.

Baalbek liegt in der nördlichen Beqaa-Ebene, nicht weit von der syrischen Grenze entfernt. Touristen, für die die römischen Ruinen in Baalbek zuvor erster Anlaufpunkt im Libanon gewesen waren, blieben aus. Die Konflikte haben auch andere ökonomische Grundlagen der Stadt und des Umlands erheblich gestört. Zunehmende Arbeitslosigkeit und sinkende Ausbildungsmöglichkeiten prägten daher die letzten Jahre.

Mit dem Trainingsprojekt zum Bauerhalt und zur Präsentation archäologischer Architektur sollten daher mehrere Ziele erreicht werden: Ausbildung für lokale Handwerker und lokal ansässige Flüchtlinge sowie für an libanesischen Universitäten Studierende der Archäologie, der Architektur und der Konservierung; Arbeitsangebot für die Dauer des Projekts und Vorbereitung eines archäologischen Geländes, das eingebunden in eine vom libanesischen Staat und der Wiederaufbaubehörde CDR durchgeführte neue Erschließung und Präsentation der Touristenbereiche, zu einer neuen Attraktion für Besucher werden soll.

Das Deutsche Archäologische Institut hatte zwischen 2001 und 2011 ein umfassendes wissenschaftliches Dokumentationsprojekt archäologischer Bauwerke in Baalbek durchgeführt und auf diese Weise die Grundlagendaten zur Durchführung eines solchen Projekts unmittelbar zur Verfügung. Als Projektgelände wurde der „Bustan Nassif“ gewählt, ein mittelalterliches Stadtviertel direkt vor den Toren der Burg, zu der die römischen Tempel im Mittelalter umgebaut worden waren.

Die Erforschung des Gebiets war also abgeschlossen und die Bedeutung des Viertels bekannt. Im Rahmen des Fortbildungsprojekts konnte daher unmittelbar die denkmalgerechte Reinigung, die Konsolidierung von ausgegrabenen Bauwerken, die Konservierung von besonderen Baumaterialien und die Präsentation des Geländes durch visuelle Aufbereitung, Erschließung durch sachgerechte Wegeführung sowie die Installation von Informationsmedien vermittelt werden.

Für Nachwuchsarchitekten, die das in Tripoli regelmäßig angebotene Aufbaustudium „Erhalt historischer Architektur“ absolvieren, bot das Projekt umfangreiche Praxismöglichkeiten, die sonst im Bereich des Erhalts archäologischer Stätten kaum zur Verfügung stehen. In Zeiten des ökonomischen Stillstands wurden in Baalbek Aktivitäten umgesetzt und damit den großen Wirtschaftsfaktor der Stadt, den Tourismus, in Kooperation mit den libanesischen Behörden auf die Zukunft vorbereitet.

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