Erster Jahrgang erfolgreich – Feierlicher Abschluss des einjährigen Capacity Building Programms „Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage“

Erster Jahrgang erfolgreich – Feierlicher Abschluss des einjährigen Capacity Building Programms „Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage“

Erster Jahrgang erfolgreich – Feierlicher Abschluss des einjährigen Capacity Building Programms „Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage“

Elf Nachwuchs-Archäologen der irakischen Antikenverwaltung kamen vom 22. bis 26. August 2017 nach Berlin, um ihre Abschlussarbeiten des einjährigen Fortbildungsprogramms zu präsentieren und mit deutschen und irakischen Wissenschaftlern über die Ergebnisse zu diskutieren. Die feierliche Übergabe der Zertifikate an die Teilnehmer des ersten Jahrgangs bildete den Höhepunkt am Abend des 24. August in der DAI-Zentrale in Berlin.

Der Irak hat ein sehr reiches archäologisches und architektonisches Kulturerbe, dessen Erhalt im Fokus des Fortbildungsprogramms „Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage“ steht. Ziel ist, die Mitarbeiter der irakischen Antikenverwaltung darin zu unterstützen, eigenständig auf modernem, höchstem Niveau der Technik arbeiten zu können. Der Schwerpunkt liegt daher auf der Vermittlung von Methoden, Techniken und Standards, die für die Erforschung und Bewertung sowie den Schutz von Kulturdenkmälern nötig sind. Den Teilnehmern wird ermöglicht, sich anhand von Fallbeispielen und Übungen in Deutschland und im Irak und damit in Theorie und Praxis mit dem breiten Tätigkeitsfeld des Kulturerhalts intensiv auseinanderzusetzen.
Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer hat zudem die Aufgabe, im Laufe des Jahres ein kleines Projekt im Irak zu bearbeiten, um die Themenschwerpunkte Baudokumentation, Bauforschung, Schadenskartierung/-bewertung und Konservierungsplanung selbstständig umzusetzen.

Diese Projekte zu archäologischen und historischen Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen und Provinzen standen im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung. Neben Untersuchungen zu drei historischen Herbergen an Pilgerwegen in der Provinz Najaf (Khan al-Rubu‘, Khan al-Nus und Khan al-Shilan) wurden Arbeiten zu einem historischen Wohnhaus in Sulaymaniyah (Bayt al-Mutabchi), zur Madrasa al-Rushdia in Musayyib, zum Khan al-Iskandarya in al-Iskandarya, zum Suq Danial in al-Kifil und zu drei Bauwerken in Uruk (ein Abwasserschacht am zentralen Tempel ‚Eanna‘, der ‚Irigal-Tempel‘ und das ‚Steingebäude‘) präsentiert. An der Abschlusspräsentation nahmen auch sechs Direktoren der Antikenverwaltungen Basra, al-Muthanna, Najaf, Babil, Salaheddin, Sulaimaniyah sowie die fünfzehn Teilnehmer/innen des zweiten Jahrgangs teil. Zwischen den Trainees und den Experten entstand auf diese Weise ein lebhafter fachlicher Austausch auf Augenhöhe sowie Vernetzung über die Provinzgrenzen hinaus und in den internationalen Bereich hinein.

Das Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage ist Teil des am Deutschen Archäologischen Institut angesiedelten Projekts „Stunde Null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise“, das vom Auswärtigen Amt großzügig gefördert wird. Die Finanzierung der Abschlussveranstaltung wurde vom Archaeological Heritage Network (ArcHerNet) getragen.
Das Fortbildungsprogramm erfolgt in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – Studiengang Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik, der Technischen Universität Berlin – Fachgebiet Historische Bauforschung und Baudenkmalpflege, dem Landesdenkmalamt Berlin, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und dem Deutschen Nationalkomitee von ICOMOS International Council on Monuments and Sites).

Zu den Abbildungen:
1 Teilnehmer der Abschlusspräsentation des Iraqi-German Expert Forum on Cultural Heritage am 24. August 2017 (Foto: Julia Nádor, DAI)
2 Präsentation zum Khan al-Rubu‘ bei Najaf (Foto: Julia Nádor, DAI)
3 Besuch der Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ am 25. August 2017 unter fachkundiger Führung von Dr. Gabriele Horn (SPSG Generaldirektion, Stiftungskonservatorin) zum Management- und denkmalpflegerischen Konzept. Darüber hinaus gab Wilma Otte (Mitarbeiterin für kulturelle Bildung der Abteilung Marketing) eine Einführung in das Besucherzentrum und Frau Kathrin Lange (Abteilungsleiterin der Abteilung Restaurierung) stellte die Steinrestaurierung und die restauratorischen Arbeiten am Marmorsaal des Neuen Palais vor (Foto: Ulrike Siegel, DAI).

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